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(13.01.2010, 10.19 MEZ)
ERDBEBEN IN HAITI !
Liebe FreundInnen, Ich schreibe aus New York. Wir haben gestern abend weinend vor dem Fernseher gestanden. Gegen 20 Uhr konnten wir endlich mit Lovely vom Sapotille Heim sprechen: sie berichtete, dass alle im Heim heil sind und sich in dem kleinen Garten aufhalten. Kein Strom in Port-au-Prince, die lokale Telefonleitung funktioniert bis jetzt nicht. Vor Tagesanbruch werden wir vom Verein nichts unternehmen koennen, vorher werde ich auch nicht erfahren, ob unsere 120 Kinder, Jugendliche und Betreuer in den zwei Heimen in Trichet und Santo überlebt haben. Unsere Schüler kommen alle aus Hütten und Häusern, die bei der Stärke des Erdbebens vermutlich dem Boden gleich gemacht wurden. Die Überlebenden werden heute morgen in ihre Schulen, falls diese noch stehen, flüchten. Mein Bruder meinte, wir sollten versuchen, über die Dominikanische Republik nach Haiti zu fliegen. Ich hatte gestern Mittag ein Interview mit der staatlichen Radiosendung “Voice of America”. American Airlines hat seine heutigen Flüge – ich sollte heute morgen weiter fliegen - nach Haiti gecancelt. Ich weiss nicht, ob ich versuchen soll, als Helferin mitzufliegen oder von hier Hilfe zu organisieren. Ich werde in einer Stunde über das internationale Telefon in Sapotille versuchen, Djo, Herve, Wilkens, Diderot, Francky, Roro, Claude Nozile, Claude, Lovely, Hulda und Maude zum Helferteam vor Ort zu organisieren, um in erster Linie für die Schüler und deren Angehörige Unterkunft, Essen und medizinische Versorgung anzubieten. Ich werde die Hilfe von Long Island aus organisieren, falls mir nicht geraten wird, vor Ort zu wirken. In diesem Fall werde ich mich um einen Platz im Flugzeug unter den Helfern bemühen. Mehr kann ich im Moment nicht sagen. Aber ich melde mich, so bald ich mehr über die Heime und unsere Kinder weiß. Wir brauchen sicher viel Hilfe, ich schäme mich wieder zu betteln, aber die Not der Haitianer ist – wieder einmal – so unendlich groß! Eure Marie Josee
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